Scholle – Ein Plattfisch mit roten Punkten

Merkmale der Scholle sowie Verbreitung, Nahrung und Fortpflanzung

Scholle – Die Scholle gehört zu den beliebtesten Speisefischen und ist für den kommerziellen Fischfang von großer Wichtigkeit. Deshalb werden jährlich viele tausend Tonnen der Fische zumeist mit Schleppnetzen gefischt. Da die Scholle ihre Geschlechtsreife erst spät erreicht, kommt in vielen Gewässern heute bereits eine Überfischung zu Stande. Viele Fische werden schon gefangen, bevor sie zum ersten mal geleicht haben. Alte Schollen, mit einer Größe von bis zu einem Meter und einem Gewicht von sieben Kilogramm sind heute eine Seltenheit geworden.

Scholle

Scholle – ein Fisch aus der Familie der Plattfische

Die Merkmale der Scholle

Dieser Fisch ist der Flunder sehr ähnlich und oft muss man genau hinsehen, um die beiden Fische auseinanderhalten zu können. Kennzeichmend für die Scholle sind ihre kleinen, glatten Schppen und auch eine Leiste zwischen den Augen, die aus knöchrigen Höckern besteht. Die Farbe der Oberseite der Scholle ist anpassungsfähig und kann sich dem Untergrund in den verschiedensten Brauntönen anpassen. Diese Eigenschaft macht die Scholle zu einem Meister in der Tarnung und bietet ihr sowohl Schutz vor Feinden, als auch die Möglichkeit, sich an ihre Beute anzuschleichen. Die Oberseite weist außerdem zahlreich orange-rote Flecke auf. Erreicht der Fisch die Geschlechtsreife, so erhalten diese Flecken einen helleren Rand. Die Unterseite hingegen ist von einem weißlichen Ton, auf dem sich einige dunkle Flecken abzeichnen. Rücken- After- und Schwanzflosse umgeben den Körper, sind aber miteinanden nicht verbunden. Vom Auge aus führen etwa fünf bis sieben Knochenhöcker zur Körpermitte hin.

Die Scholle ist in Europa weit verbreitet

Noch heute findet man die Scholle in weiten Teilen der europäsichen Küstengebiete. Vom Weißen Meer bis nach Gibraltar, Im Mittelmeer und an den Schwarzmeeküsten findet man den beliebten Plattfisch. Die Gebiete, die von der Scholle am meisten frequentiert werden, sind jedoch die Nordsee und der westliche Teil der Ostsee. Die Scholle bevorzugt kühles, salzhaltiges Wasser und Wassertiegen bis zu 200 Metern. Deshalb ist sie auch nur selten an Flußmündungen anzutreffen. Bei ihrer frühjahrswanderung halten sich die Schollen in Küstennähe auf. Deshalb sind auch die monate Mai, juni und Juli die besten Fangmonate für Schollen. Später im Jahr müssen die Fischer sich weiter auf das offene Meer begeben, um Schollen zu fischen. Schollen sind bewohner des Meeresbodens und ziehern einen weichen, schlammigen oder sandigen Untergrund vor, in den sie sich leicht eingraben können. Auf diese Weise können sie ihre Tarnfarbe am besten ausnutzen. Die Scholle ist hauptsächlich nachts aktiv und kann weite Wanderungen unternehmen. Die junge Scholle lebt gerne im Wattenmeer.

 

 Nachts geht die Scholle auf Nahrungssuche

Tagsüber ist die Scholle nur selten aktiv. Nach Einbruch der Dunkelheit begibt sie sich auf Beutesuche. Sie ernährt sich von Meereslebewesen, die am Grund zu Hause sind. Dazu gehören Borstenwürmer und Wattwürmer, Schnecken und Muscheln, sowohl als auch kleine Krebse. Zur Futtersuche unternimmt die Scholle oft lange Wanderungen. Die Beute wird dabei sowohl mit dem Geruchssinn, als auch mit dem Gesichtssinn auusfindig gemacht.

Die Fortpflanzung der Scholle

Die weibliche Scholle wird erst nach fünf bis acht Jahren geschlechtsreif, die Männchen hingegen schon nach drei bis vier Jahren. Die Ablage des Laich erfolgt in den Monaten Januar bis Juni. Die idealen gewässer haben einen Salzgehalt von 10 bis 12 %, der den Eiern genügend Auftrieb gibt, um an der Oberfläche zu verbleiben. Je nach seiner Körpergrößr kann das Weibchen zwischen 50 000 und 500 000 Eiern ablegen. Nach der Befruchtung schlüpfen die Larven nach etwa 10 bis 20 Tagen aus. In besonders kaltem Wasser kann es auch bis zu einem Monat dauern. Wenn die Larven ausschlüpfen, haben sie zunächst noch eine symmetrische Form. Erst nach einigen Wochen, wenn die junge Scholle eine Körpergröße von etwa einem Zentimeter erlangt haben, nehmen sie die typische Form der Plattfische an. Beide Augen befinden sich dann auf der gleichen Körperhälfte und auch das Maul und die Nasenöffnung verschieben sich.